Hortenbachs Cannes Letter 3

Shrek in Cannes Bilder: Hortenbach

Shrek in Cannes. Bilder: Hortenbach

In Deutschland ist der Vatertag ins Wasser gefallen. In Cannes hatte K.H bei strahlendem Sonnenschein Begegnungen der unheimlichen Art:

 

 

 

 

 

Während es in Deutschland an Christi Himmelfahrt wahrscheinlich beschaulich zuging, stelle ich fest: in Cannes hat der Feiertag eine andere Bedeutung. Hier wird wirklich gefeiert, die ganze Croisette entlang. Knallvoll ist der Weg, der vom Festivalpalast am Strand entlang führt, vorbei an den Luxushotels Majestic, Carlton, Martinez. Eine alte, sonnengegerbte Frau sitzt im Pelzmantel auf dem Mäuerchen, daneben erschöpfte Jugendliche. Alle 3 Meter Schwarzhändler mit 7 Sonnenhüten auf dem Kopf und 30 Sonnenbrillen im Arm. Noch häufiger ist die Frequenz, in der sich mir Fotografen in den Weg stellen und ein Foto von mir machen wollen, gerne ein „Oh lala“ murmelnd. Hätte mich ja fast breitschlagen lassen, bis mir klar wurde, der will Geld dafür haben. Ein Mann im Anzug hält ein Schild hoch: Biete Umarmungen! Wie nett, falls das Wettbewerbsklima zu rau wird. Allerdings nur gegen Premierenkinokarten. Ich drücke mich vorbei und entdecke absonderliche Gestalten und irre Angebote. Nein, leider kein Michael Douglas, der mich unbedingt zum Meeresfrüchtesalat einladen möchte (16 Euro). Stattdessen könnte ich mir auf dem Weg ins Kino locker das ein oder andere Tattoo stechen lassen, mitten auf der Straße. Oder ich sitze Modell für eine Holzbüste von mir selbst. Das wäre doch mal ein schönes und außergewöhnliches Mitbringsel aus Cannes. Noch schöner natürlich, wenn ich Michael Douglas dazu gewinnen könnte, mit mir in einer Doppelbüste verewigt zu werden. Das wären mir auch die Kosten fürs Übergepäck auf dem Heimflug wert.

..und noch eine unheimliche Begegnung

..und noch eine unheimliche Begegnung

Die verrücktesten Gestalten aber habe ich gestern kurz vor dem Festivalpalast entdeckt. Mitten im Getümmel stehen 8 Wesen, üppige Frauen in weißer Reizwäsche oder weniger, mit Blut beschmiert und fauchen die Schaulustigen an. Huch! Nein, keine Ureinwohner von Cannes, sie sind auch nicht von den Yachten rüber geschwommen. Die Ladys machen Werbung für einen Kinofilm, der nächste Woche hier läuft: „Zombiewomen of Satan“. Das ist doch mal ein schöner Titel. Erinnert mich stark ans Wettbewerbsprogramm des vergangenen Jahres, da wurde doch nur geschlachtet und zerstückelt. Soll diesmal ganz anders werden. Kann ich nach „Robin Hood“ gestern nicht behaupten. Aber gleich schaue ich mir den südkoreanischen Film „The Housemaid“ an, über ein schlimmes Hausmädchen. Am besten besorge ich mir auch schon mal so ein Fläschchen mit Kunstblut…  

 

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