1. emil jung

    dieser artikel ist ein „musterbeispiel“ für investigativen journalismus. der autor hat den bericht des rechnungshofes entweder nicht gelesen oder nicht verstanden oder beides . ich rate ihm, aufgrund der engen finanziellen und persönlichen verflechtungen zwischen swr und filmakademie, u.a. sitzt sein vorgesetzter, der intendant des swr im aufsichtsrat der filmakademie und einige swr angestellte sind seit jahren für die filmakademie in der einen oder anderen form tätig…ode rumgekehrt, so hat der leiter der filmakdemie seit jahren mit seiner in berlin ansässigen privaten produktionsfirma auch für den swr produziert , seine rosarote brille abzusetzen und sich zumindest den artikel der ludwigsburger kreiszeitung vom 12.07.2011 zu gemüte zu führen, die ja nicht gerade dafür berühmt ist, über die filmakademie kritisch zu berichten. danach hat neben anderen negativen punkten die filmakademie nicht einmal gewusst!!!!! wie hoch ihre kosten pro student sind und ausdrücklich wurden die zu hohen kosten – finanziert aus steuermittel – für reisen, bewirtungen und festivals gerügt. der verfasser diese swr-lobhuddelei könnte stattdessen einmal darüber berichten, wie das hoch nebst dickem dienstwagen gehalt des leiters der filmakademie im vergleich zu leitern anderer deutschen filmhochschulen ist, nachzulesen im beteiligungsbericht des landes baden-württemberg, der jahresabschluß der filmakademie für das jahr 2009 ausgefallen ist… und warum – trotz verstreichen gesetzlicher fristen – immer noch kein jahressabschluß für 2010 veröffentlicht wurde. als quelle empfehle ich ihm den staatlichen bundesanzeiger.

    • herbertspaich

      Lieber Herr Jung,
      vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme. Ich kann Ihnen versichern, dass ich den „Beitrag Nr. 15 „Filmakademie Baden-Württemberg“ der „Denkschrift 2011“ des Rechnungshof Baden-Württemberg gelesen und als Grundlage meines Berichts benutzt habe. Ich verlasse mich in dieser Beziehung ungern auf eine Regionalzeitung. Nichts gegen die KollegenInnen der „Ludwigsburger Kreiszeitung“.
      Mit meiner Einschätzung haben die Verbindungen zwischen SWR und Akademie nichts zu tun. Sie werden mir sicher zustimmen, dass der weltweite Erfolg der Lehranstalt für sich spricht. Dieser Erfolg hat nicht unerheblich mit dem persönlichen Engagement von Thomas Schadt zu tun und nichts mit seiner kleinen Produktionsfirma.
      Als ausgesprochen nützlich – finanziell und ideell – hat sich die Verbindung der Akademie zu Nico Hoffmans Firma Teamworx erwiesen. Einer der Großen im Lande.
      So stellt der Rechnungshof an die Adresse der Landesregierung fest:
      „Das Land sollte aus Sparsamkeitsgründen an der bisherigen Förderpraxis (Trennung von Zuschüssen für den laufenden Betrieb und Sonderzuschüssen, insbesondere für Investitionen) festhalten“.
      Etwas blauäugig reklamiert der Rechnungshof dann allerdings: „Auch sollten sich die Verantwortlichen damit befassen, wie die Eigenproduktionen besser vermarktet werden können, um den Zuschussbedarf zu vermindern“.
      Angesichts der allgemein schwierigen Lage des deutschen Arthausfilms an den Kinokassen, ist das kein Problem der Akademie. Im Gegenteil: die Eigenproduktion „Ein Lied in mir“ war z.B. ein mehrfach ausgezeichneter Erfolg.
      Schließlich kommt der Rechnungshof zum Schluss: „Die nationale und internationale Reputation der Filmakademie in der Filmhochschullandschaft spricht dafür, die Zusammensetzung des Lehrkörpers in der bisherigen Form beizubehalten. Damit werden ein hoher Praxisbezug und eine große Flexibilität in der Lehre gewährleistet.“
      Wenn unsere Steuergelder überall so sinnvoll eingesetzt würden wie in Ludwigsburg, könnten wir beruhigter sein!
      Ihr
      Herbert Spaich

  2. emil jung

    sehr geehrter herr spaich,

    ihre letze ausssage lautet „wenn unsere steuergelder überall so sinnvoll eingesetzt würden, wie in ludwigsburg, könnten wir beruhigter sein“.

    ich neige mehr zu tatsachen, anstatt zu persönlichen bewertungen.

    tatsache ist, die filmakademie hat in 2009 mehr als 10 millionen Euro an geldern aus steuermitteln erhalten und der leiter der filmakademie „erwirtschaftet“ zum ersten mal in der 20 jährigen geschichte der filmakademie ein defizit in höhe von fast 1,2 millionen euro. dies geht im endeffekt ausschliesslich zu lasten der studenten der nächsten generation.

    tatsache ist, die gehälter der leiter anderer filmhochschulen in deutschland sowie der renommierten musik- und kunsthochschule in stuttgart liegen zwischen 45000 -70000 euro unter dem des leiters der filmakademie, der laut jahresabschluß 2009 jahresbezüge von 173000 euro erhält.
    diese aufgabe als leiter der filmakademie füllt ihn so aus, daß er daneben noch genügend zeit hat, zusammen mit dem von ihnen erwähnten prof. nico hoffman privat !!!! und natürlich nicht in ludwigsburg, sondern in berlin, einen abendfüllenden 90 minütigen film über helmut kohl für das zdf zu produzieren und sich als autor und mitherausgeber von büchern (schauspielerbekenntnisse, kamerabekenntnisse) zu betätigen….

    ludwigsburg/stuttgart hat in den 20 vergangenen jahren als medienstandort den vorsprung zu köln, münchen, berlin weder aufgeholt, noch wesentlich verkürzt. solange noch teuer und top ausgebildete studenten der filmakademie nach studienabschluß baden-württemberg verlassen und sich in diesen städten bei filmproduktionen unter niveau verdingen müssen, u.a als best boy (mädchen für alles) verdingen oder auf der straße stehen und firmen in ludwigsburg in konkurs gehen wie z.b. gambit, sind selbstgefällige sonntagreden und eine hofberichterstattung deplaziert und die beiden filmkonzeption des staatsministeriums baden-württemberg sind nicht das papier wert auf dem sie geschrieben wurden.

    ihre kollegen von den stuttgarter nachrichten, in ihren augen vermutlich auf demselben niveau wie die der ludwigsburger kreiszeitung, schrieben anlässlich des 20 ig jährigen jubiläums der filmakademie von „viel (selbst)lob“.

    mit besten grüssen

    emil jung

    • herbertspaich

      Lieber Herr Jung,

      auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, bin ich der Ansicht, wenn es einer Hochschule gelingt, praktisch aus dem Nichts zu solcher Reputation wie Ludwigsburg zu kommen, ist das ein Pluspunkt, der nicht hoch genug zu würdigen ist. Eine Ausbildungsstätte wie diese ist auch kein Wirtschaftsunternehmen mit Gewinn-und Verlustrechnung. Hier zählt der künstlerische Erfolg!
      Wenn es einem künstlerischen Leiter außerdem noch gelingt, seinen Studenten zu zeigen, wie man gute Filme macht, halte ich das nicht für verwerflich. Da interssiert mich auch sein Einkommen nicht.
      Wenn Sie Ludwigsburg mit Berlin und München in einen Topf werfen, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Berlin hat eine jahrzehntelange (bis in die 1940er Jahre zurückreichende) Tradition, München ebenfalls. Um den Medienstandort NRW zu etablieren, hat die Düsseldorfer Landesregierung ziemlich tief in ihre Taschen gegriffen – BaWü ist damit überhaupt nicht zu vergleichen. Das sehen Sie auch an der Ausstattung der Filmförderung der beiden Länder.
      Bedauerlich ist das Abwandern der Ludwigsburger Absolventen vorzugsweise nach Berlin. Auch da haben wir es wieder mit einem generellen und nicht so sehr speziellen Ludwigsburger Problem zu tun. Da es dem Bund und den Ländern bisher nur in Maßen gelungen ist, dem Filmnachwuchs Perspektiven zu bieten. Die können zwar vorzügliche Filme machen, aber im Kino haben sie kaum eine Chance. Vielleicht haben Sie die zündende Idee, wie diesem Dilemma zu begegnen wäre.
      Die Insolvenz von Gambit hat sicher damit, aber noch mit einigen anderen Faktoren zu tun. Zuletzt aber mit der Filmakademie. Ein bedauerlicher Fall einer Verkettung unglücklicher Umstände. Andere Beispiele sind z.B. Studio Soi, Filmbilder, und die höchst erfolgreiche Arbeit des Akademie-Absolventen Jochen Laube zeigen einen höchst erfreulichen Trent!.
      Mit „Niveau“ in der Wahrnehmung haben die zeitweise den Rand des Peinlichen erreichenden Reden zum 20jährigen Juliläum nichts zu tun. Aber auch nicht mit dem Bericht des Landesrechnungshofs…

      Ihr
      Herbert Spaich

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